9.7.20 | Dijon – Charlon sur Sâone, 96 km

Die windigen Geschichten sind vielen meiner treuen Leser zu leichte Kost. Also heute mal: Big Business. Oder,wie der Franzose sagt: Les grands affaires.

Was man von Monopoly gelernt und behalten hat ist, dass man Hotels kaufen musste. Ich kaufte mir gestern in Dijon Centre ein Zimmer für die Nacht. Der Besitzer des Hauses hat das Spiel so verstanden: wenig investieren – viel verdienen. In echt sieht das so aus: runtergekommenes Inventar, keine Klobürste, wackelige Brausebatterie. Aber unter der Brausebatterie – eine Badewanne.
Meine linke Schulter schreit „bittebitte“ die Beine applaudieren. Warmes Entspannen.
Und dann bin ich draußen.
Dijon, ich streife hungrig durch die Stadt. 150 Tausend Einwohner, TripAdvisor zählt Hunderte von Gaststätten auf, Google weiß über Dijon von Straßenschlachten zwischen
Tschetschenen und Nordafrikanern, es ging aber wohl nicht ums Abendessen, sondern um Drogen. Ich suche in der App nach einem Italiener, seit Tagen sehne ich mich nach einem großen Teller Spaghetti Bolognese, wie ihn Jan Ulrich seinerzeit gerne zum Schlüssel seines Erfolges stilisierte. Die App zeigt mir den Weg zu den Markthallen.
Der Patron meines Ristorantes hat die Dollarzeichen knapp über der Maske: für eine Person? Kein Platz, non.
Die Stadt ist rappelvoll, die Terrassen sind es auch, Corona? Olé!
Um den Abstand zu wahren nehme ich einen Platz in der Sonne bei einem anderen Italiener und bekomme ungewürzte Spaghetti Carbonara.
Meine Droge bleibt das Bier.
Ach ja, die Tour von heute? Flach wie ein Brett. Wind? Keinen gesehen!
Wetter? Willkommen im Süden …

1 wieder ein Kanal

2 die Sâone lädt ein

3,4 die Sâone

5 mein Pony, vom Bier aus gesehen